Der Fersenstich-Test ist ein wesentlicher Bestandteil der Neugeborenenversorgung. Es handelt sich um ein minimalinvasives Verfahren zur Entnahme von Kapillarblut von einem Neugeborenen für Screening-Tests, wie z. B. metabolische, endokrine und Blutstörungen. Das Beherrschen dieser Fähigkeit ist für Medizinstudenten, Pflegekräfte und klinische Auszubildende von entscheidender Bedeutung. Dieser Leitfaden bietet einen schrittweisen Überblick, eine Ausrüstungsliste, bewährte Verfahren und Tipps für eine sichere und effektive Blutentnahme durch Fersenstich.
1. Zweck des Verfahrens
Der Hauptzweck des Fersenstichs besteht darin, eine kleine Blutprobe für das Neugeborenenscreening zu entnehmen. Ein frühes Screening hilft, schwerwiegende Erkrankungen zu erkennen, darunter:
- Phenylketonurie (PKU)
- Kongenitale Hypothyreose
- Sichelzellenkrankheit
- Mittelkettige Acyl-CoA-Dehydrogenase-Defizienz (MCADD)
Die korrekte Durchführung des Verfahrens gewährleistet genaue Testergebnisse, minimiert das Unbehagen für das Neugeborene und verringert das Risiko von Komplikationen.
2. Erforderliche Ausrüstung
Vor dem Durchführen eines Fersenstichsstellen Sie sicher, dass Sie die folgenden Gegenstände haben:
- Sterile Lanzette (angemessene Tiefe für Neugeborene)
- Alkoholtupfer oder antiseptische Tücher
- Sterile Gazetücher oder Wattepads
- Entnahmekarten (Filterpapier / Trockenblutkarten)
- Handschuhe und persönliche Schutzausrüstung (PSA)
- Klebeverband (optional)
Tipp:Die Wahl des richtigen Tupfers ist wichtig, um die Sterilität aufrechtzuerhalten und eine Kontamination zu verhindern. Weiche Alkoholtupfer werden häufig für die Blutentnahme bei Neugeborenen empfohlen.
3. Fersenstichstelle
Der Einstich sollte an der lateralen oder medialen Plantarfläche der Ferse des Neugeborenen erfolgen. Vermeiden Sie den zentralen Fersenbereich und die hintere Krümmung, um das Risiko von Nerven- oder Knochenverletzungen zu verringern. Die Stelle sollte warm sein, um den Blutfluss zu verbessern; eine kurze Wärmepackung kann angewendet werden.
Suchbegriff: "Fersenstichstelle – 20" betont den klinischen Fokus auf sichere Einstichzonen.
4. Richtiger Winkel für den Fersenstich
Die Lanzette sollte die Haut in einem 45°-Winkel oder weniger betreten, wobei seitlich oder medial gezielt wird. Vermeiden Sie tiefe vertikale Einstiche. Das Ziel ist es, die Kapillaren zu durchstechen, ohne tiefere Strukturen wie Knochen oder Sehnen zu erreichen.
- Ein flacher, kontrollierter Einstich reduziert Schmerzen und verhindert übermäßige Blutungen.
- Der richtige Winkel gewährleistet auch einen ausreichenden Blutfluss für die Screening-Karten.
5. Schritt-für-Schritt-Verfahren
- Vorbereitung:Hände waschen, Handschuhe anziehen und alle Geräte sammeln.
- Positionierung:Legen Sie das Baby in eine sichere, bequeme Position, idealerweise auf eine warme Oberfläche oder mit Unterstützung eines Betreuers.
- Reinigung der Stelle:Verwenden Sie einen Alkoholtupfer, um die Einstichstelle sanft zu reinigen, und lassen Sie sie an der Luft trocknen.
- Einstich:Verwenden Sie eine sterile Lanzette im richtigen Winkel und in der richtigen Tiefe auf der lateralen oder medialen Plantarfläche.
- Blutentnahme:Üben Sie sanften Druck um die Einstichstelle aus (nicht direkt auf die Lanzette drücken), um den Blutfluss auf das Filterpapier zu fördern.
- Abschluss:Legen Sie sterile Gazetücher auf die Stelle und halten Sie sie einige Sekunden lang, um die Blutung zu stoppen. Optional mit einem kleinen Klebeverband abdecken.
- Beschriftung:Stellen Sie sicher, dass die Entnahmekarte korrekt mit den Informationen des Neugeborenen beschriftet ist.
Visuelle Hilfsmittel oder Diagramme können in Schulungsmaterialien enthalten sein, um jeden Schritt zu veranschaulichen.
6. Häufige Fehler und Blutungssteuerung
- Zu vermeidende Fehler:
- Durchstechen der zentralen Ferse oder der hinteren Krümmung (Risiko von Nerven-/Knochenverletzungen)
- Verwendung übermäßigen Drucks, der die Probe hemolysieren kann
- Falscher Winkel oder Tiefe, was zu unzureichendem Blutfluss oder Trauma führt
- Tipps zur Blutungssteuerung:
- Üben Sie sanften Druck mit sterilem Gazetuch aus
- Verwenden Sie vor dem Einstich eine warme Kompresse, um den Blutfluss zu verbessern
- Vermeiden Sie übermäßiges Melken der Ferse
7. Üben von Fersenstichfähigkeiten
Für Medizinstudenten ist wiederholtes Üben entscheidend, bevor sie das Verfahren an echten Neugeborenen durchführen. Simulationstraining wird dringend empfohlen:
- Realistische Modelle ermöglichen es den Studenten, die Standortidentifikation, Handpositionierung, Winkelkontrolle und Blutentnahme zu üben.
- Die Verwendung eines Modells reduziert Angst, verbessert das Vertrauen und erhöht die Patientensicherheit.
Ein professionelles Schulungsinstrument wie der Infant Heel Stick Simulator bietet eine lebensechte Plattform, um die Techniken des Fersenstichs vor der klinischen Anwendung zu meistern.
Fazit
Die korrekte Durchführung eines Fersenstichtests ist entscheidend für ein genaues Neugeborenenscreening und die Patientensicherheit. Das Verständnis des Zwecks, der Ausrüstung, der Einstichstelle, des richtigen Winkels und der häufigen Fehler gewährleistet bessere Ergebnisse. Medizinstudenten sollten Simulationstraining nutzen, um ihre Fähigkeiten zu verfeinern, Risiken zu reduzieren und sich auf reale klinische Szenarien vorzubereiten.