Periphere intravenöse (IV) Kathetereinlage bei Neugeborenen ist aufgrund der kleinen Venen, der fragilen Gefäßwände und des begrenzten subkutanen Gewebes besonders herausfordernd.
Die Auswahl der richtigen Vene ist entscheidend für eine erfolgreiche Kanülierung, um Komplikationen zu minimieren und einen stabilen IV-Zugang für frühgeborene oder kranke Säuglinge zu gewährleisten.
Dieser Leitfaden beschreibt die bevorzugten peripheren IV-Stellen bei Neugeborenen und Säuglingen, erklärt, warum bestimmte Venen ausgewählt werden und wann Alternativen in der klinischen Praxis in Betracht gezogen werden sollten.
1. Handvenen – Dorsalvenenbogen & Cephalica-Vene
Bevorzugte Erstlinienstellen bei vielen Neugeborenen
Dorsalvenenbogen
- Leicht auf der Rückseite der Hand sichtbar
- Einfach zu schienen und zu überwachen
- Infiltration und Extravasation werden schnell erkannt
Cephalica-Vene
- Oft größer und besser tastbar als sichtbar
- Besonders geeignet für größere Säuglinge
- Bietet relativ stabilen und langanhaltenden Zugang
👉 Trainingsschwerpunkt: Handpositionierung, sanfte Palpation und Stabilisierung
👉 Relevante Übungssets: pädiatrische IV-Hand- & Armsimulatoren
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2. Handgelenksvenen (Volarseite)
- Venen am volaren Handgelenk sind normalerweise sichtbar und zugänglich
- Die Kanülierung ist technisch einfacher
- Allerdings ist die Haltbarkeit des Katheters aufgrund häufiger Bewegungen begrenzt
⚠ Oft für kurzfristigen IV-Zugang und nicht für eine längere Therapie verwendet.
3. Ellenbogenbeuge – Medianus, Cephalica & Basilica Venen
- Größere Venen, die einfacher zu kanülieren sind
- Häufig für IV-Einlagen und Venipunkturen bei älteren Säuglingen verwendet
⚠ Klinische Vorsicht:
- Der Medianusnerv und die Brachialarterie liegen in unmittelbarer Nähe
- Erhöhtes Risiko für Nerven- oder Arterienverletzungen
Dieser Standort erfordert ausgezeichnete anatomische Kenntnisse und kontrollierte Techniken, was ihn ideal für simulationsbasierte Schulungen vor der klinischen Anwendung macht.
4. Fußvenen – Dorsalvenenbogen & Saphena-Vene
Dorsalvenenbogen
- Klein, aber überraschend zuverlässig
- Einfach zu stabilisieren, wenn richtig gesichert
Saphena-Vene (anterior zum medialen Malleolus)
- Gerade, konsistente anatomische Lage
- Langfristiger IV-Zugang
- Oft für peripher eingesetzte zentrale Katheter (PICC) verwendet
⚠ Soll vermieden werden, wenn später ein langfristiger venöser Zugang erforderlich sein könnte.
👉 Relevante Übungssets: pädiatrisches IV-Bein-Übungsset, Säuglingsfuß-IV-Simulatoren
5. Bein – Saphena-Vene am Knie
- Ähnliche Eigenschaften wie die distale Saphena-Vene
- Größerer Durchmesser und relativ stabil
- Nützlich, wenn der Zugang zu den oberen Extremitäten eingeschränkt ist
Die richtige Positionierung des Gliedes und die Stabilisierung der Vene sind für den Erfolg entscheidend.
6. Kopfhautvenen – Superficialis temporalis-Vene
Als letzte Möglichkeit für periphere IV-Stellen angesehen
- Nur verwendet, wenn andere Stellen erschöpft sind
- Teilweises Rasieren der Kopfhaut ist oft erforderlich
- Die superficialis temporalis-Vene verläuft anterior zum Ohr
- In den meisten Säuglingen innerhalb von 5–8 cm tastbar
Wenn gut gesichert, können Kopfhaut-IVs lange halten, sollten jedoch bei Säuglingen vermieden werden, die später möglicherweise einen langfristigen zentralen Zugang benötigen.
👉 Relevante Übungssets: Säuglingskopfhautvenen-IV-Kopftrainer
Warum Simulationstraining für die intravenöse Einlage bei Neugeborenen wichtig ist
Die intravenöse Einlage bei Neugeborenen erfordert Präzision, anatomische Vertrautheit und Vertrauen, doch die realen klinischen Möglichkeiten für wiederholtes Üben sind begrenzt.
Die Verwendung realistischer pädiatrischer IV-Simulatorenmit anatomisch korrekter Venenplatzierung ermöglicht es Pflegekräften, Krankenschwestern und Klinikern:
- Venenidentifikation ohne Risiko für den Patienten zu üben
- Katheterkontrolle und Einführungswinkel zu verbessern
- Vertrauen vor der klinischen Platzierung bei Neugeborenen zu gewinnen
Gut gestaltete pädiatrische IV-Arm, Bein-, Hand/Fuß- und Kopfhautmodelle helfen, die Lücke zwischen Theorie und realer neonataler Versorgung zu schließen.
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